KuhflüstererOpa - Schankwirtschaft Gisch

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Mein Opa der Kuhflüsterer
Ein Bauer, aus dem Dorf, hatte eine Kuh die keinen an ihre Hufe ließ. Selbst der Bauer hatte Schwierigkeiten. Im ganzen Umkreis war diese Kuh bei den Schmieden berüchtigt. Von blauen Flecken bis zu Arm- und Beinbrüchen war alles, beim Beschlagungsversuch der Kuh durch die Schmiede, dabei. Mein Opa Robert Gisch hatte noch nicht das Vergnügen mit der Kuh, da er einen längeren Auftrag zeitnah erledigen musste und es den Bauern mit dem Beschlagen ihrer Tiere immer sehr eilig war. Der Bauer war zwar Stammkunde bei meinem Opa, aber die Zahlungsmoral, besonders bei reichen Bauern, war nicht so ausgeprägt und da dieser Bauer im Rückstand war, hatte mein Opa auch nicht gerade Lust, die Beschlagung schnellstmöglich vorzunehmen. Da der Bauer dies auch wusste, versuche er die Kuh erst bei den umliegenden Schmieden beschlagen zu lassen, denn die kannten die Zahlungsmoral des Bauern noch nicht so genau. Darum machen dieses Geld und schmerzhafte Erfahrungen mit dem Bauer und seiner Kuh. Als der Bauer, nach einem weiteren fehlgeschlagenen Beschlagungsversuch, abends auf ein Bier noch bei uns in die Schankwirtschaft kam, gab es aus einer Bierlaune heraus, eine Wette. Der Bauer würde seine Schulden begleichen und noch etwas drauflegen, wenn es meinem Opa gelingen würde, die Kuh komplett zu beschlagen. Wenn mein Opa es nicht schaffen sollte, würde mein Opa dem Bauern seine Schulden erlassen. Ohne dass der Bauer es mitbekam, veranlasste mein Opa meinen Vater, das Schmiedefeuer wieder zu entfachen und Eisen ins Feuer zulegen. Die Kuh des Bauern war noch vor der Schmiede angebunden. Ohne dass der Bauer etwas merkte, schlich mein Opa in die Schmiede, nahm bei der Kuh maß, schmiedete die Hufe und passte sie der Kuh an. Mein Opa hat ein Gespür für Tiere und diese merkten das. Die Tiere merkten instinktiv, dass mein Opa es gut mit ihnen meinte. So war es auch möglich, dass die Kuh sich von meinem Opa beschlagen ließ. Nach einer dreiviertel Stunde war mein Opa wieder im Schankraum und fordert den Bauern auf seine Wettschuld zu begleichen. Der Bauer war verblüfft und auch verwundert, dachte er doch, mein Opa würde ihn verarschen. Er rannte erregt raus zu seiner Kuh und.... Die Kuh war beschlagen und mein Opa war unversehrt. Der Bauer bezahlte sofort seine Wettschuld. Es wurde noch ein langer Abend und die Kuh kam wohl noch nie so spät wieder zurück in ihren Stall.
Später erzählte mir mein Opa mal, dass die Kuh eine Verletzung an einem Huf hatte und dadurch so aggressiv reagierte. Mein Opa versorgte zuerst die Verletzung und konnte dann die Kuh problemlos beschlagen. Die Verletzung war aber nicht so einfach zu sehen, dies sei noch zur Ehrrettung der anderen Schmiede erwähnt. Nach dem sich dies rumgesprochen hatte, war es aber nicht die ein zigste Problemkuh, die mein Opa beschlagen hat. Aus dem ganzen Umfeld wurden danach solche Kühe zu meinem Opa gebracht.
Danke für eine sehr schöne, leider zu kurze, Zeit mit dir, Opa Robert.


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